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Brücke muss weichen

Stiftung wirft Planungen für Umbau des Niddaradwegs in Dortelweil über den Haufen

Der Bodirsky-Steg: Die Brücke wird abgerissen und durch einen drei Meter breiten Neubau mit Rad- und Fußweg ersetzt. Foto: Kopp
Der Bodirsky-Steg: Die Brücke wird abgerissen und durch einen drei Meter breiten Neubau mit Rad- und Fußweg ersetzt. Foto: Kopp

Schon in den kommenden Wochen soll der Niddaradweg zwischen Sportplatz Dortelweil und dem Bahnübergang der Niddertalbahn ausgebaut werden. Doch ganz anders als bislang gedacht.

Bad Vilbel. Die Anwohner der Königsberger Straße in Dortelweil können aufatmen. Die Pläne für eine Autobrücke über die Nidda jenseits der Bahnunterführung ist vom Tisch, das Wohngebiet bleibt damit ruhig. Stattdessen wird der schmale Bodirsky-Steg durch eine breitere Brücke ersetzt, die Radfahrer und Fußgänger gleichzeitig aufnehmen kann.

Ursache für die umfangreichen Änderungen sind die neuen Planungen der Gerty-Strohm-Stiftung von Hansgeorg Jehner zur Niddarenaturierung im Bereich zwischen dem Dottenfelderhof und dem Sportplatz. Wie Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) im Ortsbeirat Dortelweil erläutert, will die Stiftung das östliche Ufer (in Fließrichtung links) der Nidda in diesem Bereich auf eigene Kosten in einen naturnahen Zustand zurückversetzen.

Parkcharakter bleibt

Dort soll dann anstelle des jetzigen Bodirsky-Stegs eine neue Brücke mit einer Breite von drei Metern entstehen. Da dieses Bauwerk eine längere Bauzeit benötigt, ist ein Ende der Arbeiten im Jahr 2019 vorgesehen. Doch bereits jetzt liefen die Vorarbeiten, so auch der Antrag auf Fördermittel. Drei bis vier Vergleichsangebote sollen für den Brückenbau eingeholt werden, die Auftragsvergabe soll in den kommenden Wochen erfolgen. Der Radweg wird von der bestehenden Autobrücke südlich der Tennisplätze über die neue Brücke und dann weiter in Richtung Dottenfelderhof führen. Wo noch nicht geschehen, wird er auf einer Breite von drei Metern asphaltiert.

Doch auch am westlichen Niddaufer, eine parkähnliche Allee, wird sich einiges verändern. Während der Fluss auf der östlichen Seite zum Schutz der Tiere und Pflanzen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein soll – vergleichbar mit der Situation zwischen der Gronauer Brücke zum Gronauer Hof und Dortelweil –, soll der bisherige Weg auf der Westseite verbreitert und asphaltiert werden,

Fußgänger und Radfahrer sollen separate Wege erhalten. Die Stiftung hat dazu ein Gutachten anfertigen lassen, um sicherzustellen, dass der parkähnliche Charakter und der alte Baumbestand bei einem Ausbau des Niddaradweges im Wesentlichen erhalten werden könne.

Das Niddaufer auf der Sportplatzseite soll im Bereich der bestehenden Autobrücke und des Bolzplatzes eine Zone erhalten, in dem ein freier Zugang zur Nidda realisiert wird, um die ökologische Wirkung der Renaturierung zu beobachten.

Die Stiftung hat darauf hingewiesen, dass der ökologische Wert der Fluss-Renaturierung durch eine neue Brücke in der Verlängerung der Königsberger Straße das Biotop zerschneiden würde. Daher regt sie an, die Routenführung des Niddaradweges so zu belassen, wie sie aktuell verläuft. Allerdings mit dem Neubau der Fahrradbrücke anstelle des Bodirsky-Stegs.

Entlang des Radweges soll die Möglichkeit entstehen, die gegenüberliegende Flussrenaturierung zu beobachten. Auch sollen Verweilmöglichkeiten installiert werden. Während die Stiftung die Kosten für die Renaturierung trägt, übernimmt der Zweckverband Regionalpark Niddaroute den Ausbau des Niddaradweges inklusive der Radfahrbrücke. Die Kosten für den neuen Fußweg im Bereich des Niddaparks sowie für die Aufenthaltsflächen müssen durch die Stadt Bad Vilbel getragen werden.

Am Ende stimmen alle im Ortsbeirat dem neuen Plan zu.

Sanierung der Holperpiste


In den kommenden Monaten ausgebessert wird der Teil des Niddaradwegs zwischen Gronau und Dortelweil, berichtet Erster Stadtrat Sebastian Wysocki in der Ortsbeiratssitzung. Bis Ende des Jahres soll die Holperpiste wieder in einem vernünftigen Zustand sein. Die Umleitung für Radfahrer erfolge über den Dortelweiler Ortsrand und am Golfplatz vorbei sowie in Gronau entlang der Landesstraße 3008 in Richtung Kernstadt. (kop)