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Wohnungen und Schule

Blick vom Kinderhort auf die »Schulmodule« der provisorisch untergebrachten Erst- und Zweitklässler in Kloppenheim. Dort soll nur wenige Meter vom Groß-Karbener Bahnhof möglichst bald ein 1,5 Hektar großes Wohngebiet entstehen. Foto: Nissen
Blick vom Kinderhort auf die »Schulmodule« der provisorisch untergebrachten Erst- und Zweitklässler in Kloppenheim. Dort soll nur wenige Meter vom Groß-Karbener Bahnhof möglichst bald ein 1,5 Hektar großes Wohngebiet entstehen. Foto: Nissen

Karben. Gegenüber dem Groß-Karbener Bahnhof sollen auf Kloppenheimer Boden eine neue Grundschule und viele Wohnungen entstehen. Aber vorher muss die Regionalversammlung zustimmen.
Es eilt. Die Grundschule an der Frankfurter Straße in Kloppenheim ist viel zu klein. Die mehr als hundert Jungen und Mädchen werden an drei Standorten betreut. Die Schulkantine liegt im Gemeindesaal der St.-Johannes-Nepomuk-Kirche. Die Klassen drei und vier sitzen im alten Hauptgebäude. Die jüngeren Kinder lernen in der wachsenden Container-Siedlung weiter östlich neben der Straße »Am Hang.« Schulleiterin Christina Geißner nennt sie »Schulmodule«. Denn »Container« hörten sich so abwertend an, meinte die Pädagogin bei einem Schulfest im Juli.
Abweichung
vom Regionalplan

Der Wetteraukreis will und muss in Kloppenheim eine neue Grundschule bauen. Die Stadt Karben will dabei helfen und beschloss schon vor drei Jahren, einen Bebauungsplan für den Neubau direkt an den Bahnschienen aufzustellen. Auch einige Kleingärten und der Pendler-Parkplatz westlich vom Bahnhof sollen der Schule zugeschlagen werden.
Zusätzlich will die Stadt schräg gegenüber weitere Wohnungen bauen lassen. Der Plan sieht dafür 15 000 Quadratmeter vor – just dort, wo jetzt die Schulcontainer stehen. Unklar ist, wer dort bauen darf und wie die Wohnungen dereinst geschnitten sind. Im Jahr 2019 deutete der Magistrat an, dass die Nassauische Heimstätten als Mietwohnungs-Bauherrin infrage käme.
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die großflächige Verdichtung des Geländes zwischen der Bahn, der Kita »Glückskinder« und dem Sportplatz die Zustimmung des Regionalverbandes RheinMain braucht. Denn bisher hat es im Flächennutzungsplan die Zweckbestimmung »Grünfläche Sport« und »Grünfläche wohnungsferne Gärten«.
Einstimmig beschloss das Stadtparlament deshalb in seiner jüngsten Sitzung, einen Zielabweichungsantrag für das künftige Baugebiet beim Regionalverband zu stellen.
Bis der genehmigt, der Bebauungsplan gültig und die Bagger vor Ort sind, wird noch viel Wasser die Nidda hinabfließen. Der Wetteraukreis plant die Fertigstellung der neuen Grundschule in Kloppenheim deshalb erst für das Jahr 2028. Von Klaus Nissen