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Temposündern nachgespürt

Bad Vilbel. Eilig hat es der Fahrer des roten Lieferwagens nicht, aber er wird trotzdem herausgewunken. Er hatte beim Fahren mit dem Handy telefoniert. Macht 40 Euro und einen Punkt im Verkehrsregister, erläutert Polizeihauptkommissar Michael Pollesch. Mit vier Kollegen und zwei Stadtpolizisten sucht er an der Friedrich-Ebert-Straße nach Temposündern. Die städtischen Polizisten hätten am bundesweiten „Blitzer-Marathon“ auch selbst Einsätze gemacht, aber ihr mobiles Messgerät ist in Reparatur. Am Vormittag kontrollierte das Team auf der K247 zwischen Karben und Heldenbergen, stoppte 15 Schnellfahrer. Für einen Bus mit Arbeitern brauchten sie keine Laserkamera zücken, er überholte die Zivilstreife rasant in einer gefährlichen Kurve.

In der Wohnstraße geht es ruhiger zu. Tempo 30 gilt da, eine Bad Vilbelerin wird mit Tempo 41 gestoppt. Im Gegensatz zu manch anderen eiligen Zeitgenossen hat sie aber Verständnis für die Messaktion, verabschiedet sich mit einem Lächeln. In Zivilautos mit wechselnden Kennzeichen wird auch bei normalen Streifenfahrten Tempo gemessen. Weil es keine Fotos gibt, müssen die Fahrer gleich angehalten werden – gestern kulanterweise erst ab Tempo 39. Bis zu tausend Meter weit reicht das Meßinstrument – Zeit, um die rote Kelle zu zücken. Eine Offenbacherin reagiert angespannt. Sie müsse sich eilen, ihr Kind abzuholen. Das bringt Pollesch ins Grübeln: „Ihr Kind, andere Kinder“, schnell könne da ein Unfall passieren. (dd)