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Ansprechpartnerin für alle

Seit Februar ist Julia Kolwes als Schutzfrau vor Ort im Amt. FOTO: NIKLAS MAG
Seit Februar ist Julia Kolwes als Schutzfrau vor Ort im Amt. FOTO: NIKLAS MAG

Bad Vilbel. Seit Februar ist Julia Kolwes als Schutzfrau vor Ort im Amt. Die Aufgaben der Polizeioberkommissarin sind vielfältig, vor allem soll die Bad Vilbeler Schutzfrau die Hemmschwelle zwischen den Bürgern und der Polizei senken.
Julia Kolwes arbeitet bereits seit Längerem bei der Bad Vilbeler Polizei. Eigentlich kommt sie aus dem Gießener Raum, sie kennt die Quellenstadt mittlerweile aber in- und auswendig. Für sie war deshalb schnell klar, dass die »Schutzfrau vor Ort« eine gute Möglichkeit ist, die Polizei und die Bad Vilbeler Bürger zusammenzubringen. »Es geht um Prävention und Gefahrenabwehr. Als Schutzfrau bin ich recht frei in den Projekten, die ich machen möchte, bin lokale Ansprechpartnerin und möchte erreichen, dass die Leute mich kennen.«
Bürgersprechstunde
in der Innenstadt
Den Vilbelern soll somit nicht nur die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner erspart werden, sondern auch dass sie die Unsicherheit vor dem Gang zur örtlichen Polizeiwache verlieren. »Deshalb war es mir auch wichtig, eine Bürgersprechstunde anzubieten, die eben nicht hier im offiziellen Rahmen auf der Wache stattfindet, sondern in der Stadt«, sagt Kolwes.
Einmal pro Woche (siehe nebenstehende Box) können Vilbeler zu ihr ins Haus der Begegnung am Marktplatz kommen, um sich völlig unverbindlich Rat zu holen. »Ich kann dann schon erste Informationen geben oder die Person gegebenfalls an die richtige Stelle weitervermitteln.« Es seien oft alltägliche Streitigkeiten mit denen die Leute in die Sprechstunde kommen. »Probleme mit den Nachbarn beispielsweise, das kam jetzt schon ein paarmal vor. Jemand weiß nicht, wie er oder sie mit einer Streitigkeit umgehen soll, und ich kann dann einen Impuls geben, was zu tun ist.«
Prävention und
Information
Der Weg ist kurz, die Beratung unverbindlich. Die Polizeioberkommissarin weiß, dass es in Bad Vilbel vor allem drei große Themen gibt, die ein echter Dauerbrenner sind. Hier ist deshalb Prävention angesagt. »Fahrraddiebstähle sind da zu nennen. Hier haben wir bereits Codierungsaktionen vorgenommen und werden das auch weiterhin anbieten«, kündigt sie an.
Im Juni hatte sie mit einem ihrer Kollegen fast 40 Codierungstermine an nur einem Tag bearbeitet (diese Zeitung berichtete). »Wir werden künftig außerdem auch abgestellte Fahrräder häufiger überprüfen.«
Leider sind Senioren immer wieder Trickbetrugsversuchen ausgesetzt. Auch hier sind Kolwes und ihre Kollegen dran: »Es gab bereits eine große Veranstaltung für Senioren, in der wir tief in das Thema eingestiegen sind.« Ab Herbst soll es vermehrt um Einbruchsschutz in Bad Vilbel gehen.
Seit vergangenem Jahr ist Bad Vilbel eine »KOMPASS«-Kommune. Das Programm des Innenministeriums ist dafür gedacht, die Polizeiarbeit in Städten zu stärken. Julia Kolwes‹ Stelle ist eine der Maßnahmen. Polizeistellenleiter Holger Götzmann ergänzt: »In Bad Vilbel ist die Sicherheitslage sehr gut, aber an den genannten Stellen mit Prävention anzusetzen, ist wichtig.«
Zudem will sich die Vilbeler Polizei in Zukunft stärker mit Institutionen, Schulen und Firmen vernetzen, auch hier sei Julia Kolwes bereits aktiv geworden. »Wir arbeiten sehr gut mit der städtischen Ordnungspolizei zusammen und sind sehr bemüht, den Bad Vilbelern zuzuhören, um Faktoren, die die subjektive Sicherheit beeinflussen, noch zu verbessern.« Beispielsweise seien die Streifen an Bahnhöfen verstärkt worden, da die Stadtbewohner in einer Umfrage erklärt hatten, sich dort am wenigsten sicher zu fühlen.
Von Niklas Mag