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Jetzt wird’s kriminell

„Sex and Crime“ mit Sadisten und Sarg in der Stadtbibliothek Bad Vilbel am Freitag, 10. März

Mitglieder der Kriminalautorenvereinigung Syndikat lesen für den Kunstverein (von links): Yvonne Keller, Daniel Holbe, Uli Aechtner und Cornelia Weinheimer (Kunstverein)
Mitglieder der Kriminalautorenvereinigung Syndikat lesen für den Kunstverein (von links): Yvonne Keller, Daniel Holbe, Uli Aechtner und Cornelia Weinheimer (Kunstverein)

Das Krimiautoren-Netzwerk Syndikat stellt sich am 10. März in der Stadtbibliothek vor. Vier Autoren und eine forensische Psychologin lesen aus ihren Werken. Der Kunstverein macht daraus ein Krimi-Event mit Bücher-Tombola – und einem Sarg.

Bad Vilbel. Früher, erinnert sich die Dortelweiler Schriftstellerin Uli Aechtner, da hatten Krimis noch ein regelrechtes Schmuddel-Image. Das sollte sich ändern. Deswegen haben sich im Jahr 1986 22 Autoren zusammengetan und „Das Syndikat“ gegründet. Das hat mittlerweile 750 Mitglieder, vertritt Autoren, Lektoren und Verleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Längst könne es der Kriminalroman mit der gehobenen Kultur aufnehmen – von unterhaltsam bis nachdenklich.
Aechtner muss es wissen, denn sie sitzt in der Jury des Syndikats, hat mit 450 Romanen fast die ganze deutschsprachige Krimiproduktion des Jahres 2016 zugeschickt bekommen: „Mein Postbote musste täglich viele Pakete schleppen. Aechtner hat die ganze Jahresproduktion durchgelesen, „täglich zwei bis drei Stunden, ein Jahr lang“.
Diese 450 Bücher spielen auch bei dem Krimi-Event „Sex and Crim“ am Freitag eine Rolle. Aechtner hat sie dem Kunstverein geschenkt, der sie an diesem Abend bei einer Tombola verlosen wird. Dass es in den Werken um Leben und Tod geht, das lässt ein von der Pietät Jeckel zur Verfügung gestellter Sarg spüren, in dem die 450 Krimis zunächst versteckt werden.
Die aus Bad Vilbel stammenden Autorin Yvonne Keller stellt am Freitag ihren in Bad Vilbel angesiedelten Roman „Unglücksspiel“ vor. Darin geht es um das Schicksal einer kosovarischen Flüchtlingsfamilie und Frauen, die in Beziehungsdramen stecken. So, wie in den Liebesromanen, die sie unter dem Pseudonym Stina Jensen schreibt. Denn es muss nicht immer Krimi sein. Es gehe da um „psychologische Spannung“.
Geheimbund
Uli Aechtner stellt ihren Regio-Apfelweinkrimi „Todesrauscher“ vor. Michael Kibler liest aus seinem aktuellen Roman „Seelenraub“, der in Darmstadt spielt.
Auch der Friedberger Autor Daniel Holbe ist mit von der Partie. Er erinnert sich noch, er sei als Autoren-Neuling über das Syndikat gestolpert, das sei „wie ein Geheimbund“ gewesen, was ihn unglaublich fasziniert habe.
Nicht als Autorin, sondern mit einem Vortrag beteiligt sich Lydia Benecke, die in Köln lebende forensische Psychologin und Kriminalpsychologin, an dem Krimiabend. Ihr jüngstes Buch trägt den Titel „Sadisten. Tödliche Liebe – Geschichten aus dem wahren Leben“. (dd)

Der Eintritt zur „Sex and Crime“-Lesung in der Stadtbibliothek am Freitag, 10. März, kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.