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Waldorfschule soll kommen

Im nordwestlichen Teil des Grundstückes Kloppenheimer Baumschule soll die neue Waldorfschule gebaut werden. Die Kinder sollen durch die Bäume vom Lärm der B 3 geschützt sein. Foto: Kubocz
Im nordwestlichen Teil des Grundstückes Kloppenheimer Baumschule soll die neue Waldorfschule gebaut werden. Die Kinder sollen durch die Bäume vom Lärm der B 3 geschützt sein. Foto: Kubocz

Karben. Plätze an Waldorfschulen sind im Rhein-Main-Gebiet stark nachgefragt. In Karben soll eine solche Schule der alternativen Pädagogikform entstehen. Die Natur am Standort werde dabei genutzt und erhalten. Noch in diesem Jahr könnte es mit dem Schulbetrieb losgehen.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur haben die Mitglieder dafür gestimmt, dass die Waldorfschule in Kloppenheim realisiert werden soll. Leonardo Langheim, Thomas Geller und der Architekt Thilo Meister stellten das Schulprojekt vor dem Ausschuss vor. Alle drei Referenten haben in ihrer Schulzeit eine Waldorfschule besucht. Langheim und Geller sind im Verein zur Pflege der Waldorfpädagogik in Bad Vilbel aktiv und bekleiden dabei die Ämter des Vorstandsvorsitzenden beziehungsweise des Geschäftsführers.
Aktuelle Themen
als Lehrinhalt

»Die Waldorfpädagogik ist vielen Vorurteilen ausgesetzt. Dabei ist es ein offenes Schulsystem, das Inklusion großschreibt«, sagte Langheim. Der Verein betreue dabei bereits vier Kindergartengruppen mit waldorfpädagogischen Inhalten. Zwar gäbe es in Frankfurt und Bad Nauheim bereits große Waldorfschulen, doch »der Bedarf nach neuen Schulplätzen ist sehr groß«, sagte der Vorstandsvorsitzende.
Trotz des Standorts des Vereins und der Kindergartengruppen in Bad Vilbel sei das Interesse an der Waldorfschule besonders bei den Karbenern groß. »Ungefähr zwei- Drittel der Bewerbungen für die Schule kommt aus Karben«, sagte der Geschäftsführer Geller.
Die neue Waldorfschule in Kloppenheim an der B 3 solle dem neuen Konzept der Handlungspädagogik verfolgen. Langheim erklärt: »Hierbei sollen Inhalte vermittelt werden, die den Kindern in der Zukunft weiterhelfen sollen.« Von Künstlicher Intelligenz bis hin zu Klimaschutz sollen aktuelle Themen aufgegriffen werden.
Die Waldorfschule soll dabei auf dem Grundstück der Baumschule in Kloppenheim entstehen. Der Verein hat bereits »das ganze Grundstück gekauft«, wie Langheim mitteilt. »Dies stellte sich als Glücksgriff heraus. Grundstücke im Rhein-Main-Gebiet zu finden ist eine Herausforderung.« Das Gelände sei durch seine Bepflanzung ein »perfekter Standort, an dem Kinder im Einklang mit der Natur lernen können«, sagte Geller.
Container-Lösung
zum Start

Zunächst solle nur der nordwestliche Teil des Grundstückes bebaut werden. »Dieser Teil ist weit ab von der Straße, und die Schüler erhalten bereits beim Weg zur Schule ein Naturerlebnis«, sagte Meister. Die Schulanlage werde zunächst aus drei Klassenzimmern und einem Gemeinschaftsraum bestehen.
Vor den Räumen soll ein Versammlungsplatz entstehen, der »Dorfcharakter versprüht«, sagte Meister. »Wir wollen die Bäume in der Umgebung erhalten und ebenerdige Räume bauen, damit die Schüler von der Natur umschlossen werden.«
Die Mitglieder des Ausschusses stellten vor allem das Verkehrsaufkommen an der neuen Waldorfschule infrage. Gerald Schulze (SPD) befürchte, dass durch die schlechte Lage am Ortsrand nur wenige Schüler die Schule zu Fuß erreichen könnten. Der Verkehr an der B 3 könnte durch Elterntaxis weiter belastet werden. »Das Verkehrsgutachten hat gezeigt, dass sechs Klassen à 24 Schüler kein Problem darstellen«, entgegnete Geller. Für die Schüler aus Bad Vilbel solle ein Schulbus vom Verein zur Pflege der Waldorfpädagogik bereitgestellt werden.
Laut Geller kann bei einer zügigen Umsetzung des Entwurfs und Erlaubnis des Baus der Waldorfschule die erste Klasse bereits im September eingeschult werden. »Dabei würden wir auf eine Container-Lösung zurückgreifen, die speziell für die Waldorfpädagogik angepasst ist.« Die Container könnten von der Frankfurter Waldorfschule übernommen werden.
Der Traum vom Waldorf-Unterricht in Kloppenheim ab September kann realisiert werden, denn auch die Stadtverordnetenversammlung hat mehrheitlich dafür gestimmt. Ein Nein kam von der Stadtverordneten der Linken.
Von Patryk Kubocz