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25000 für Romeo und Julia – Der Dortelweiler Pharmakonzern Stada unterstützt die Burgfestspiele

Nicht nur als klassische Liebesgeschichte präsentieren die Burgfestspiele „Romeo & Julia“, sondern auch mit Blick auf die fanatischen Heißsporne dieser Welt – und mit einer ausgefeilten Fecht-Choreographie.

Bad Vilbel. Die Atmosphäre der Burg arbeite dem Stoff von Shakespeare zu, ist Regisseurin Ina-Annett Keppel überzeugt. Das trifft für „Romeo & Julia“ laut Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann auch auf die Weltnachrichten zu. Denn die Geschichte der beiden Liebenden, die eine Feindschaft ihrer Familien zerreißt, spiegele sich in vielen Konflikten wider.

Es gebe zwei Gruppen von Männern, die für Unfrieden in der Welt sorgten: die älteren Männer, die hinter den Kulissen Strippen ziehen. Und die jungen Heißsporne, die jene Konflikte austrügen – nicht nur in Nahost. Kunzmann, der sich als glühender Shakespeare-Fan bezeichnet, findet es deshalb wichtig, dass das Stück nach über zehn Jahren wieder auf den Spielplan kommt – in dieser Saison zum 13. Mal.

Mit dabei ist auch wieder die Stada als Hauptsponsor der Burgfestspiele. Für das seit 1957 in Dortelweil ansässige Pharma-Unternehmen sei das „eine ganz selbstverständliche Förderung“, auch, um dem Standort etwas zurückzugeben, erklärt Unternehmenssprecher Patrick Meschenmoser. Obwohl die Stada mit ihren Töchtern inzwischen 74 Prozent ihres Umsatzes im Ausland mache, sei Bad Vilbel weiterhin die Heimat des Konzerns. Meschenmoser und seine Kollegin Dr. Ute Pantke brachten einen 25000-Euro-Scheck mit.

Den hätte er auch sich ausstellen lassen können, meinte Axel Kraus ironisch zu den Pharma-Vertretern. In seiner Rolle des Don Lorenzo sei er „eher ein Schamane“, der in seinem Kräutergarten ein Präparat herstelle, das Julia genau 52 Stunden scheintot erscheinen lasse. Er kenne die Burgfestspiele noch aus den Anfängen, „wildromantisch“ sei das damals gewesen. Doch die Professionalisierung von Technik und Ausstattung habe ihn überrascht: „Hut ab“. Das gelte auch für Keppels Regie. Die Regisseurin, die er bereits kurz nach deren Abitur als Hospitantin bei einer Inszenierung kennenlernte, möchte das Stück bewusst anders inszenieren. Im Mittelpunkt stehe „die erste, allergrößte Liebe“. Es gebe viele individuelle Erfahrungen mit dem Stück, sie möchte mit dem Ensemble diese Vorstellungen ausprobieren. Dieses Persönliche, „das schätze ich hier“, merkt Kraus an.

„Romeo und Julia“ hat Premiere am 21.Juni (Freitag) um 20 Uhr. Alle weiteren Termine in der Burg gibt es unter www.kultur-bad-vilbel.de im Internet.