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Baustelle Wasserburg

Neben den alten Maueren muss auch der Wassergraben an der historischen Burg saniert werden, um nachhaltig Schäden zu verhindern. Archivfoto
Neben den alten Maueren muss auch der Wassergraben an der historischen Burg saniert werden, um nachhaltig Schäden zu verhindern. Archivfoto

Bad Vilbel. An altem Gemäuer gibt es immer etwas zu tun. Was für private Bauherrn alter Gebäude gilt, gilt natürlich auch für die öffentliche Hand, insbesondere dann, wenn es sich um sehr alte, ja historische Gebäude handelt. Aus diesem Grund finden in diesem Herbst und Winter diverse Maßnahmen in der historischen Wasserburg und um die Burg herum statt. Das teilt die Stadt Bad Vilbel mit.
Nachhaltige Sicherung
Zusammengefasst umfassen die Maßnahmen zum einen die Erneuerung des Bühnendachs, zum anderen die Sanierung der Burgmauern sowie die Sanierung des Burggrabens. Dies alles geschehe nun, wo die Burgfestspiele beendet und damit Platz und Zeit für die Maßnahmen gegeben seien. »Alle Maßnahmen sind wichtige Investitionen in die nachhaltige Sicherung unserer historischen Wasserburg auf der einen und in die Infrastruktur unserer Festspiele auf der anderen Seite. Selbstverständlich sind sie alle mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden sowie weiteren Ämtern abgesprochen«, erklärt hierzu Bürgermeister Sebastian Wysocki.
Schallschutz
wird angepasst

Das Bühnendach wird mitsamt dem kompletten Bühnenbereich modernisiert. So entsteht eine neue und dauerhafte Bühnen- und Bühnendachkonstruktion. Zudem wird der bisherige Schallschutz in eine neue Schallschutzwand als dauerhafte bauliche Anlage geändert und entsprechend an die Bühne angepasst. »Wir verabschieden uns damit von dem Provisorium im Bühnenbereich, das wir bislang hier hatten. Mit dem neuen Bühnenbereich verbessern wir nicht nur die Technik und passen den Bereich an die Burg an, sondern schaffen auch eine dauerhafte und gute Infrastruktur für die Festspiele«, erläutert Kulturamtsleiter und Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann.
Die Sanierung des Burggrabens indes ist auch aus Gründen des Gewässer- und Naturschutzes wichtig. »Wir sanieren den Uferrand des Burggrabens und verwenden dabei gewässerökologische Materialien, um die Belastungen für die Nidda durch Nährstofffrachten aus dem Burggraben und im Burggraben selbst zu reduzieren. Unser Ziel ist es, dabei gewässerbelastende Stoffe deutlich zu reduzieren«, beschreibt Kunzmann diese Maßnahme.
Teichmönch ermöglicht besseren Wasserablauf
Für die Befestigungen werden in Abhängigkeit von der Wassertiefe Xylit- und Steinwalzen pyramidenförmig übereinandergestapelt. Die oberste Lage besteht aus einer Xylitwalze, die bereits mit standortgerechten Stauden vorgepflanzt wurde. Anschließend werden die Walzen uferseitig mit dem steinig sandigen Material verfüllt, so dass das Gelände zwischen Rundweg und Uferböschung mehr oder weniger eben ist. Ebenso sollen Flachwasserzonen errichtet werden. Der Ablauf des Burggrabens wird mittels eines Teichmönches erneuert.
Zusätzlich zu diesen beiden größeren Maßnahmen werden weitere Mauerteile der Burg saniert. »Es ist sehr wichtig, dass wir regelmäßig den Zustand unserer Wasserburg begutachten und durch entsprechende Maßnahmen den Bestand nachhaltig sichern. Es sind nicht in jedem Jahr große Maßnahmen, aber in diesem Jahr gehen wir wieder einmal entsprechend größer vor. Für alle Maßnahmen wurden bereits Vorarbeiten durchgeführt, sodass wir nun die eigentlichen Maßnahmen beginnen können«, so Wysocki und Kunzmann abschließend. (zlp)